Lebenswege Initiationen und Körperentpanzerung mit Anke Mrosla

Lebensweg - Anke Mrosla

Begleitung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene

Die Lebenswege sind eine Heilpraxis für Somatic Experiencing nach Peter Levine, Traumatherapie, Körperentpanzerung mit der Methode der Prozessorientierten Körpertherapie und Lebensberatung, sowie Übergangszeremonien und Übergangsriten. Ausserdem sind sie Schulungsort für schamanistisches Wissen in der Tradition der Rattlesnakeschule der Twisted Hairs.


Newsletter Nr 46 Frühling 2025

Newsletter Nr 46 Frühling 2025


Liebe Interessierte, Freunde und Entpanzerte

Der Frühling kommt. Das Erwachen der Natur kann verbunden sein mit dem Erkunden neuer Möglichkeiten und Blickwinkel. Was will sich verwirklichen? Was kann an neuen Impulsen kommen, die mein Leben reicher und freudiger machen?

Die Zeit, in der wir leben ist geprägt von tiefgreifendem Wandel. Wir haben erkannt, dass die Welt endliche Ressourcen hat und ringen als Gesellschaften mit der sozialen und politischen Umsetzung der nötigen Veränderungen. In den vergangenen Newslettern habe ich wiederholt über vorwiegend individuelle Ressourcen geschrieben, diesmal möchte ich die Kraft der Gruppe in den Blick nehmen, ganz speziell die Kraft von Frauen- bzw. Männergruppen.

Meine eigene, jüngst gemachte Erfahrung ist diese: wenn Männer und Frauen sich in gleichgeschlechtlichen Gruppen zusammenfinden, kann das zu einer Quelle der Heimat und der gegenseitigen Kooperation werden. Dadurch gewinnen wir Stabilität im Umgang mit den persönlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen, denen wir alle gegenüberstehen, verstehen auf zellulärer Ebene, dass wir mit unseren Themen nicht allein sind und erfahren in der geteilten Erfahrungswelt anderer Männer oder Frauen Unterstützung und Rückhalt.

Im Medizinwissen der Twisted Hairs, dem schamanischen spirituellen Weg, auf dem ich lerne und unterrichte, gibt es im Rahmen der Übergangsriten viele Teachings für die Bruder- und Schwesternschaften. Sie bieten vor allem für die Bewältigung genderspezifischer Herausforderungen im menschlichen Leben wertvolles Wissen. In allen indigenen Kulturen finden sich diese geschlechtsspezifischen Kreise der Wissensvermittlung und des Austausches. Sie haben, wenn leider oft vergessen, auch in unserer eigenen Kultur historische Wurzeln. Die körperlichen Veränderungen in der Pubertät beispielsweise sind, je nach dem Körper, in dem wir leben unterschiedlich. Schwangerschaft und Geburt verlangen eigene Anpassungen und wir profitieren von der informierten Unterstützung und Anteilnahme unserer Geschlechtsgenossinnen.
Der Weg in diese gleichgeschlechtlichen Unterstützungskreise ist für viele von uns heute allerdings nicht ganz unbelastet.

Als junge Frau fand ich selbst den Umgang mit anderen Frauen, bis auf meine jeweiligen besten Freundinnen, eher schwierig. Ich fühlte in Frauengruppen oft unterschwellige Konkurrenz und es fiel mir schwer, mich mit andern Frauen zu entspannen, anstatt auf der Hut zu sein. Bis in meine späten Dreißiger war mir in der Gesellschaft von Männern deutlich wohler. Meine eigenen Anteile an dem Misstrauen zu verstehen, welches mir Frauen in dieser Zeit, ohne für mich erkennbaren Anlass manchmal entgegenbrachten, war ein nicht immer angenehmer Weg der Selbsterkenntnis, Es dauerte seine Zeit bis ich das Gefühl loswurde, dass Frauen mich nur akzeptierten, wenn ich mich schwach zeigte, mir aber meine Kraft und Präsenz eher übelnahmen. Auch da galt es, eigene Untiefen zu erkennen, kritikfähiger zu werden und mich nach und nach weniger wichtig zu nehmen.

Inzwischen schätze und liebe ich Frauenräume und gerade im letzten Jahr habe ich - neben meiner Arbeit mit Frauengruppen - auch privat die Freude, zusammen mit meinem Mann in einer gemischten Gruppe von Liebesforschenden zu sein, die sich immer wieder Zeit nehmen, auch in der Frauen- bzw. Männerrunde zusammen zu kommen.(Zuordnung je nachdem, wie es sich in dem Moment anfühlt, erwünscht :-))

Die Entdeckung, die wir in der Gruppe machen ist die einer tiefen Beheimatung im Kreis der Männer und Frauen vor allem, weil wir uns neben geistigem und emotionalem Austausch auch erlauben, uns sinnlich nah zu kommen.
Es entsteht ein tiefes Vertrauen wenn wir nicht „nur“ miteinander sprechen, sondern uns unter Frauen und unter Männern auch als sinnliche Wesen wahrnehmen.

Für die Männer kann ich hier wenig sprechen, ich glaube aber zu beobachten, wie durch das Auflösen von homophonen Berührungstabus eine neue Herzlichkeit entsteht, die sich insgesamt in mehr Kooperation, tieferer Berührbarkeit und Freude im Miteinander ausdrückt. Unter Frauen ist es einerseits weniger tabuisiert, aber dennoch eine ganz besondere Erfahrung, sich sinnlich zu begegnen.  Da lösen sich ganz selbstverständlich Misstrauen und Ängste auf. Gleichzeitig entsteht der Wunsch sich gegenseitig auch praktisch zu unterstützen, sei es bei der Umsetzung von Projekten, der Bewältigung von Lebenskrisen oder dem individuellen Heilungsweg.

Mit meiner Arbeit in Frauenkreisen, über die Wechseljahreskurse und das Frauenmassagetraining bringe ich diese persönlichen Erfahrungen auch in mein professionelles Umfeld. Wenn Frauen zusammenfinden werden sie selbstermächtigt, bewußter in Bezug auf ihre Bedürfnisse und ruhen tiefer in sich selbst.

Ich stelle mir gerade in diesen herausfordernden Zeit vor, wie das Miteinander von Menschen leichter, freier und freudiger wird, wenn wir eingebettet sind in Gruppen von Frauen und Männern die sich selbstverständlich unterstützen, sich nähren, gemeinsam wachsen und sich gegenseitig lehren. Wenn wir in intimen und nahen Kreisen lernen, uns ohne Scheu voreinander zu zeigen, werden wir im gesellschaftlichen Rahmen mit größerer Selbstverständlichkeit unseren Platz einnehmen, unsere Ansichten vertreten und mit Güte und Mitgefühl uns selbst und anderen Menschen begegnen.
Ich wünsche uns allen, Männern wie Frauen, tragende Freundschaftskreise, Bruder- oder Schwesternschaften, die uns stützen, herausfordern und nähren.

Herzlichst
Anke Mrosla

Mein besonderes Angebot

 

Die glühende Venus: Modul 2 der Wechseljahresreihe (auch einzeln buchbar)
ein Workshop für Frauen in der sexuellen Reife

9.-11.Mai 2025

für weitere Infos siehe: https://www.lebenswege-initiationen.de/workshops.html
 

Und zum Ende die aktuelle Literaturempfehlung:
Emily und Amalia Nagosky "Stress: warum Frauen leichter ausbrennen und was sie für sich tun können"

Ein frisches Buch darüber, wie Frauen burnout vermeiden und mit Stress umgehen lernen können. Mit klaren Worten sprechen die beiden Autorinnen über die nach wie vor existenten Auswirkungen des Patriarchats und der einseitigen Geberinnenrolle, in die sich Frauen immer noch häufig gedrängt sehen.

Hier ein Zitat:“..Wohlbefinden ist kein Geisteszustand, sondern eine Form des Handelns. Es ist die Freiheit, die Zyklen des Menschseins zu durchlaufen. Anhaltende gegenseitige Unterstützung ist das wesentliche Element von Wohlbefinden. Es ist ein fliesendes Geben und Annehmen von Unterstützung in all ihren Formen zwischen den Gebenden. Das Mittel gegen Burnout ist nicht „Selbstfürsorge“, sondern dass wir uns alle gegenseitig um uns kümmern.“

Möge es immer mehr so so werden!
Ich wünsche uns allen eine wohlgemute Frühlingszeit.

AM


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