Newsletter Nr 49 Winter 2025
Newsletter Nr 59
Liebe Interessierte und Freunde

„Erfolgreich Sein“. Erfolg hat damit zu tun, dass aus meinem Tun etwas erfolgt, ich also einen Unterschied mache.
Wie bemerke ich, dass ich mit meinem Handeln Wirkung erziele? Reicht es, wenn mein Tun einen Menschen erreicht oder brauche ich für das Gefühl der Wirksamkeit einen größeren Radius?
Woran messe ich Erfolg? An Geld, an Anerkennung, an eigener Zufriedenheit?
Und was macht es so schwierig Erfolge wirklich zu feiern?
Ich komme auf das Thema zum Ende dieses Jahres in ganz eigener Sache. Ich feiere das erste erfolgreiche „Perlentor“ unter meiner Leitung. Das Perlentor ist ein Jahrestraining für Frauen mit Massageerfahrung, die entweder als Profimasseurinnen oder als passionierte Laienmasseurinnen ihr Wissen und ihre Fertigkeiten in der Yonimassage vertiefen wollen. Im Verlauf des Jahrestrainings beschäftigen wir uns mit den Themen Massage und Entspannung, Massage und Lust, Massage und Selbstfürsorge und Massage in Verbindung mit einer Methode zum Auflösen von Schmerzpunkten.
Dabei geht es unter anderem auch darum, innerhalb der Massage durch offene Fragen, wie z.B. „Wie fühlt sich diese Berührung an für Dich?“ der empfangenden Frau ein Lernfeld zu bieten, in dem sie beginnt zu spüren und dann auch auszudrücken, was sie im Körper erlebt. Diese Kunst des „Fühlspürens“ und des Ausdrucks zu erlernen, ist von unschätzbarem Wert, nicht nur für die Kommunikation in der Massage oder im sexuellen Kontakt. Sie läßt sich auch wunderbar auf alle anderen Lebensbereiche übertragen.
Ich feiere mit meinen Mitstreiterinnen Nhanga Grunow, Gründerin der Schule für Berührungskunst, in der das Perlentor entwickelt wurde, Inari Hanel, die das Perlentor als Senior Assistentin entscheidend mitgeprägt hat und Marianne Gallasch, die bis 2024 das Büro geleitet hat und nun meine Coleitung ist. Wir sind unendlich stolz und dankbar, dass der Übergang von Nhangas und Inaris Leitung so gut gelungen ist und die Frauen weiter in den Genuss dieser aussergewöhnlichen Ausbildung kommen.
Im Angesicht dieses wirklich freudigen Anlasses stelle ich mir die Frage, wieso ist es eigentlich so schwierig unseren Erfolg wirklich zu feiern? Wieso scheint es mir oft leichter, auf das zu schauen, was auf dem Weg schwierig war oder wo hier und da etwas nicht so geklappt hat wie gewünscht.
Ich widme mich also der Ursachenforschung für meine Schwierigkeiten, mich ganz und gar am Erfolg zu erfreuen und stoße auf einige allgemeingültige Prinzipien.
Im emotionalen Aspekt bin ich konfrontiert mit der Frage nach meinem Vertrauen ins Leben. Wenn ich dieses Jahr erfolgreich war, heißt das noch nicht, dass es im nächsten Jahr gut weitergeht, oder?
Das darunter liegende Thema ist das Gefühl der Unsicherheit, die ein immanenter Teil des Lebens ist. Es gibt keine Garantien. Wenn ich dann weiter schaue, kann ich erkennen, dass nur das Glück dieses Momentes mir Erfüllung und Freude bringt. Ich kann Erfolg also einzig jetzt feiern, während ich ihn erlebe. Wenn ich das tue, entsteht der Humusboden für weitere Glücksempfindungen.
In meinem körperlichen Aspekt stoße ich auf die Frage, ob ich mir eigentlich genug Zeit nehme um zu feiern? Es braucht erst ein zur Ruhe kommen, um die Freude in meinem Körper ankommen zu lassen. Es braucht Zeit, um mir nahen Menschen davon zu erzählen, was sich da gerade erfolgreich und schön anfühlt und dass ich mir damit eine wohlverdiente Pause gönne. Wenn ich dem Muster folge, gleich das Nächste in Angriff zu nehmen, verpasse ich den Moment, weil dann der Erfolg ja schon wieder längst vergangen und vielleicht gar nicht mehr als Triumpf in mir fühlbar ist.
In meinem Geist entdecke ich als Störfaktor für das Feierern von Erreichtem die Tendenz „auf die umgefallenen Kegel“, also auf Schwieriges oder Unangenehmes auf dem Weg zu meinem Ziel zu schauen. Als Traumatherapeutin weiß ich, dass dies eine biologische und in unserem Nervensystem seit Jahrtausenden verankerte Neigung ist, so unser Überleben zu sichern. Diese alten Prägungen unseres Nervensystems schenken dem Beheben von Schwierigkeiten etwa 5x mehr Aufmerksamkeit, als der Feier eines schönen Ereignisses an einem lauen Sommertag.
Eine Methode, um dennoch meine Triumphe zu feiern, ist die tägliche Dankbarkeitsübung. Mit ihrer Hilfe kann ich mir nach und nach dauerhaft des Reichtums in meinem Leben bewußt werden und sowohl bemerken als auch wertschätzen, was alles gut läuft.
In meiner Seelenkraft oder meinem spirituellen Aspekt steht mir zuweilen im Weg, immer noch den Wunsch zu hegen, doch endlich einmal anzukommen und alles erledigt zu haben. Ich bin mir bewußt, dass erst dann alles erledigt ist, wenn wir unseren letzten Schnaufer tun. Nur der Tod enthebt uns der Notwendigkeit des Tuns, dem dauernden entscheiden und wählen müssen.
Für mich am hilfreichsten in dieser Arena ist die Neugierde und meine immer wiede sich entfachende Lust an neuen Dingen und Erfahrungen auf der einen Seite, sowie das Wissen um das Fehlerrad auf der anderen. Fehler gehören zum Leben. Sie lehren uns oft mehr als direkter Erfolg und sind damit ebenfalls ein Grund zu feiern.
Hier das Fehlerrad zur persönlichen Kontemplation
Süden; emotionaler Aspekt: Mache soviel Fahler wie nötig und sei gnädig mit Dir.
Norden; geistiger Aspekt: wiederhole Deine Fehler nicht.( sei kreativ ;-))
Westen; körperlicher Aspekt: lerne aus den Fehlern anderer, schau hin und lerne.
Osten; spiritueller Aspekt: lerne aus den Fehlern Deiner Lehrer.
Zentrum ;katalysierend-sexueller Aspekt: Makellosigkeit, da wo wir oftmals ganz ohne Anstrengung ohne Fehler lernen.
Ich wünsche uns allen einen erfolgreichen Jahresabschluss, eine Zeit um uns und unsere Erfahrungen und Erfolge des Jahres zu würdigen und anzuerkennen.
AM
Mein besonderes Angebot
Eine „Perlentor“-massage zum Preis von 180 Euro ( Normalpreis 270 Euro, (Dauer 2,5-3 Std))
Kennlernmassage für Frauen Im Zeitraum vom 1. bis 28.26 können bis zu drei Frauen in den Genuss dieser Massage kommen. Vergabe nach persönlicher Anfrage via lebenswege1posteode
Literaturhinweis:
Yella & Samuel Cremer „Liebe würde Slow Sex machen“
Das Buch ist eine wunderbare, leicht verständliche Einführung in die Praxis von stressfreiem, absichtslosem Sex für Paare. Es richtet sich an heterosexuelle Paare und ist aber - wie ich finde - auch für homosexuell und lesbisch Liebende sehr geeignet, um sich inspirieren zu lassen. Viele Bilder und Übungen schaffen einen leicht zu lesenden Eindruck. Das Buch ist durchdrungen von tiefer Freundlichkeit und Zuwendung zu unserer sexuellen Natur. Wunderbar hilfreich und vielleicht genau richtig in den Tagen zwischen den Jahren, wo wir uns etwas mehr Zeit geben können für die Liebe.
Viel Vergnügen beim Lesen und Ausprobieren ;-)
Ich wünsche uns allen eine frohe Weihnachtzeit und besinnliche Rauhnächte
Anke Mrosla