Lebenswege Initiationen und Körperentpanzerung mit Anke Mrosla

Lebensweg - Anke Mrosla

Begleitung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene

Die Lebenswege sind eine Heilpraxis für Somatic Experiencing nach Peter Levine, Traumatherapie, Körperentpanzerung mit der Methode der Prozessorientierten Körpertherapie und Lebensberatung, sowie Übergangszeremonien und Übergangsriten. Ausserdem sind sie Schulungsort für schamanistisches Wissen in der Tradition der Rattlesnakeschule der Twisted Hairs.


Klientenberichte

Abenteuer Entpanzerung

Bericht einer Entpanzerung

März bis August 2016

Ende September - ich stehe mit nackten Füssen auf dem Rasen im Garten, gerade habe ich die Enten aus dem Stall gelassen, bin kurz kneippen gegangen im Bach und nun atme ich ein paar Mal tief durch und mache ein paar Yoga Übungen, um gut in den Tag zu kommen. Happy von Pharrell Williams ist im Moment mein Lieblingslied und genauso so fühle ich mich. Zum Tanzen gut.

Im Film käme jetzt ein Cut, eine Rückblende, die die Idylle erst mal jäh brechen würde.

Anfang 2016 war ich in einem Zustand, in dem alle Bewegungen so gut wie zum Stillstand gekommen waren. Der Zustand glich ein wenig einem verstopften Bach, wo das Wasser immer zäher fließt bis es eventuell komplett zum Stillstand kommt. Trotz viel beruflicher und anderer Bewegung 2015 war ich in einer Verfassung, die mich energetisch, körperlich, emotional, beruflich, finanziell, realisieren ließ, dass es so überhaupt nicht mehr weitergehen kann oder soll, dass all meine Strategien - vor allen Dingen mich selber - nicht mehr überzeugen, dass ich müde von mir bin, dass ich auch nicht mehr glaube, mit den üblichen Willensaktionen („ab morgen mache ich alles anders“) irgendwo hinzu gelangen, wo sich das Leben lebendiger anfühlen würde. Es war das Warnsignal, auf das man immer hofft und es war so laut, dass selbst ich es hören konnte.

So war ich froh, dass ich schon im Dezember mit Anke Kontakt aufgenommen hatte und wir uns für drei Blöcke zur Entpanzerung verabredet hatten. Den Prozess hatte mir eine gemeinsame Bekannte empfohlen, mit der ich seit ein paar Monaten Körperarbeit machte. Wichtig vorab zu klären mit Anke war mir, nicht in alten Anhaftungen zu verharren und in alten Baustellen zu wühlen, sondern tatsächlich neue Dinge zu verankern. Ich war offen, geradezu notwendigerweise offen, mich auf neue Abenteuer einzulassen. Eigentlich hatte ich nicht viel zu verlieren in dem Zustand, in dem ich mich befand.

So fand unser erster Vier-Tages-Block im Februar statt. Ich durfte im Zirkuswagen im winterlichen Garten residieren und ich reiste mit der Bahn und meinem Fahrrad an. Beides waren erste wichtige Bewegungen; auf dem Fahrrad mit Rucksack die vier Kilometer nach Lübnitz zu strampeln (und dem Impuls, absteigen zu wollen, nicht nachzugeben) und in einem Zirkuswagen zu leben.

Anke hat mich in ihrem warmen und gemütlichen Arbeitsraum sehr wunderbar empfangen. Ihre klare Art, die sehr mit- oder einfühlende Anteilnahme/Empathie sowie ihr Humor waren vom ersten Moment an ein Türöffner für mich. 
So sagte sie mir auf den Kopf zu, dass noch niemand als Vorbereitung soviel geschrieben und doch so wenig gesagt hätte. Immer wieder würde sie mich ganz direkt fragen, was ich gerade fühle und wo genau in meinem Körper. Sie würde mich auffordern, dass ganz bewusst und genau wahrzunehmen. Was ist da jetzt gerade? Sie würde mich einladen, langsamer zu sprechen oder überhaupt mal innezuhalten. 
Das Arbeiten auf der Matte war zuerst eine große Herausforderung und dann irgendwann das größte Vergnügen. Der erste Block war geprägt davon, dass ich mit Atmen, Bewegen und Fühlen der Vibration so beschäftigt war, dass ich unglaublich angestrengt war. Mein Kopf schien von einer zu engen Stahlkappe umfasst, meine Atemwege zu trocken und zu eng für alles, mein Mund zitterte und alles wurde so seltsam taub. Meinen Beckenbereich habe ich eher mechanisch bewegt, bemüht, alles koordiniert zu bekommen. Jeden Tag atmete ich und jeden Tag veränderte sich das ein bisschen, wurde selbstverständlicher. Ich hatte mir gewünscht, tief in den Bauch atmen zu können und gerne würde ich ja auch ein Geräusch machen, aber aus meiner Kehle kam nichts. 
Was allerdings kam, war ein Moment lang ein bisher nie gefühltes Empfinden von weiblicher, mütterlicher Kraft. Ich kann nur soviel dazu sagen, ich dachte, wenn ich je zu diesem Gefühl und dieser Kraft Zugang gehabt hätte, ich hätte 10 Kinder bekommen. Es war eine totale Überraschung und noch nie gefühlte unglaublich kraftvolle, helle Energie. 
Dadurch, dass ich ohne Internet und allein in dem Zirkuswagen residierte, hatte ich viel Zeit. Ich schrieb jeden Tag das Erlebte auf; ich hatte Zeit zu träumen und zu schlafen, zu üben, Rad zu fahren und im Licht-Klangbad des Thermalbades zu floaten. Das 2. Mal diese Anhöhe von Bad Belzig nach Lübnitz hochfahrend, habe ich die neue Atemtechnik geübt, entschieden und kräftig durch die Nase ein und aus dem entspannten Mund/Rachen wieder heraus. Und kam soviel besser voran.

Bevor ich nach fünf Tagen heimfuhr, fragte Anke mich, was genau ich hiervon mit in den Alltag nehme, bis wir uns wieder treffen? Das tat sie jedes Mal, genauso fragte sie immer am Anfang nach einem aktuellen, konkreten Anliegen für den Arbeitsblock. Ich fuhr also mit einem klaren, bewussten Auftrag heim. Dieses Heimkommen war ein kraftvoller Anfang. Ich hatte mich entschieden zu akzeptieren, JA zu sagen und zu sehen, was passiert ohne bekannte innere Diskussionen. Ich hatte Kraft und Energie; ich war erleichtert, dass sich in meiner Zeit bei Anke etwas bewegt hatte, ich war hoffnungsvoll und vor allen Dingen gespannt was als Nächstes passieren würde.

Total freudig gespannt kam ich zum zweiten Block im März, der mit einer rituellen Schwitzhütte zum Frühlingsanfang endete.Ein großes Thema neben der Arbeit auf der Matte war diesmal die Betrachtung meiner Selbst im Bezug auf die fünf Aspekte des Menschseins. Das sind Emotion, Körper, Geist, Spirit oder Seele und Sexualität. Anke erklärte mir dass dieses Wissen aus der Tradition der Twiste Hais stammt und mir eine „Landkarte“ geben könnte, mittels derer sich alle Zustände im menschlichen Leben betrachten lassen. Richtig verwendet würde es mir stetige Hinweise geben was in jedem meiner Aspekte gerade gut funktionierte und wo ich Veränderung bräuchte.

In diesem Block habe ich das Weinen angefangen und nicht mehr aufhören können. Ich war schlicht überwältigt und ratlos vor meinem inneren Unverortetsein, dem Chaos und der fundamentalen Verunsicherung, die in mir waltete. Und zwar alle Aspekte betreffend. Es gab keinen Ort oder Bereich in mir, der sich sicher oder stabil anfühlte. Ich habe in den Sessions geheult, davor und auch hinterher. Anke unterstützte mich darin, diese doch sehr unangenehmen Zustände als Teil der sich lösenden Panzerung und als wachsende Lebendigkeit wahrzunehmen.
Ich habe in den folgenden Wochen in ganz öffentlichen Veranstaltungen geweint und zwar so, wie ich noch nie in meinem Leben, und schon gar nicht öffentlich, geweint habe. Ich hatte immer schon große Wertschätzung für Menschen, die weinen können und somit für mich ihrem Empfindungsleben ganz nahe stehen. Und diesen Kontrollverlust auch in ganz öffentlichen Situationen zulassen. Nun erlebte ich mich selber so, ich hatte gar keine Wahl. Dieses Weinen, es war viel Durchlässigkeit, ich wurde berührbar und es erreichte mich viel. „Ich kann ja auch jetzt weinen, weil ich mich gerade so fühle“ war eine neue Option für mich zu re-agieren. Nicht verstummen, nicht essen oder mich irgendwie zukleistern, sondern laufen lassen. Anhand meiner Erkenntnisse aus der Forschung an den Aspekten wurde im zweiten Block ganz zentral an der Frage gearbeitet: Was will ich nach der Woche in meinem Alltag anders erleben/machen?
Auch hatte ich inzwischen wie nebenbei angefangen beim Atmen meine Töne tief aus dem Bauch zu hören und zu machen; es war gar kein großer Fokus mehr drauf. Bewegung und Atmen wurde selbstverständlicher, auch wenn ich noch keine wirkliche aufsteigende Energie vom Wurzelchakra über den Bauch hochwärts spürte.
Anke ermutigte mich, mir selbst und meinem System Zeit zu geben. Es war wunderbar diesen Block in einer rituellen Schwitzhütte und in Gemeinschaft zu beenden. Die Nähe zur damals noch kühlen Erde blieb lange in mir als Empfindung verankert, gepaart mit einem anderen, deutlich mich selbst mehr wertschätzenden Blick auf die Dinge.

Die Phase zwischen dem zweiten und dritten Blöcken der Entpanzerung fühlte sich dieses Mal wie eine Erstverschlimmerung an. Fast nichts von dem, was ich mir da an Üben im Alltag in die Liste geschrieben hatte, habe ich auch nur annähernd getan oder gefühlt. Ich schrieb Anke ein lange Mail über meine Frustration und Unzufriedenheit. Ohne meine Einschätzung des Nicht-Gelingens in Frage zu stellen bat sie mich, meinen Fokus daneben auch auf das zu richten was mir denn trotz allem doch gelungen sei. Ganz konkret. Als ich das tat konnte ich bemerken, wie sehr meine Selbsteinschätzung noch gewohnheitsmäßig auf die umgefallenen Kegel fokussiert und das halb volle Glas unbeachtet lässt. Anke machte mich also darauf aufmerksam, mir die Reichhaltigkeit meines Lebens und was ich schon alles getan und erreicht habe anzuschauen. Dieser für mich ungewohnte Fokus auf das halb volle Glas half mir durch die Zeit bis zum dritten Block.

Der fand im April statt als der Garten langsam erblühte. Durch das mehrmalige Dasein hatten sich Selbstverständlichkeiten ergeben, wie der Gang zum Bioladen gegenüber, der nicht nur großartiger Versorgungsort ist, sondern Kaffeetrinken, TAZ lesen, wunderbare zufällige Begegnungen und Unterhaltungen, Einblick und Info in die Region. Ich hatte bei jedem Block mehr das Gefühl, ein völlig gesundes Leben zu leben in diesen Tagen, ausgewogen in Seele, Körper, Geist, mit wunderbaren ungeplanten sozialen Interaktionen, alles sehr unangestrengt, bereichernd und warm. Geschenke des Lebens, da ich ja aus einem ganz anderem Grund hier war. 
Ich musste richtig damit kämpfen, mir nicht gewohnheitsgemäß zu viel Arbeit mitzubringen, die man in so einer konzentrierten Isolation wunderbar machen könnte, war ich doch hier, um dem Entpanzerungsprozess meine volle Aufmerksamkeit zu geben. In diesem letzten Teil ging es darum, wo in meinem Leben ich ganz konkret nächste Schritte tun will. Dazu gehörte in meinem Fall mich deutlich dem gegenüber abzugrenzen, was ich NICHT mehr will und damit laut und bewusst zu arbeiten. In den Sessions und beim Bewegen wurde mein Nicht/Wollen – ganz ungewohnt für mich – zum Zentrum meiner Impulse. Tiefe innere Scham wurde deutlich spürbar und eine Strategie, die ich oft im Leben angewendet habe: innere Immigration, ein Sterbeprozess. Anke forderte mich auf, mich diesem Gefühl der inneren Immigration zu stellen. War das Trauer oder vielleicht Erleichterung? Ich kenne beides. Anke fragte mich, ob ich mir vorstellen kann, um Dinge zu ringen und nicht mich so einem Sterbeprozess zu ergeben ohne die Auseinandersetzung damit zu suchen?

Am Ende der 13. Session war ich nach einvernehmlicher Einschätzung von mir und Anke nicht völlig entpanzert; es blieb noch etwas zu tun. Mir stand spürbar mehr Energie zur Verfügung, aber nicht die volle Palette. Das habe ich teils nüchtern, teils enttäuscht realisiert. Dass mein Prozess sich nicht an Richtwerte in Bezug auf die Anzahl an Sitzungen halten muss, war meinem Kopf klar, mein Gefühl war aber bang. Nun weiß und kann ich schon soviel mehr, geht es da denn noch weiter? Kann heute die Wirkungen der Teil-Entpanzerung in der Phase so benennen: Gefühle fanden einen Ausdruck, ich konnte weinen, ich regte mich auf, ich fühlte Ärger. Ich erlebte Streit und Auseinandersetzung auf vielen Ebenen. Ich stellte mich Situationen und entschied mich, mal nicht sofort wegzurennen und zu versuchen, in Situationen Wurzeln zu schlagen. Ich kam zu der inneren Überzeugung, es sei das Beste, was gerade passiert, auch wenn es mir unangenehm war, denn es war lebendiger als das stille Aushalten vorher. Gleichzeitig war ich innerlich auf unsicherem, neuen Terrain unterwegs und in allen sicherlich etwas ungeschickt. Aber ich war erst mal prinzipiell dankbar fürs Spüren. Alles, was in meinem Leben nicht stimmte, das meldete sich nun laut. Was mir bekannt war, war lange noch nicht gut für mich. Mir wurde klarer, dass ich mich bisher immer in ganz sichere, mir bekannte Gefilde begeben habe und nun drückten diese an allen Ecken.

Die Arbeit mit Anke, die tiefe Spuren in mir hinterlassen hat, meine Fortbildung in spirituell-systemischer Konstellationsarbeit, ein Urlaub am Strand, ein Workshop in Frauenmassage, kleinere und größere Explosionen in meinem Alltag, meine ständiges Üben und Praktizieren der Thai Yoga Massage, die ich gebe und erhalte und eine Coaching zu meinem Arbeitsprofil, ein Vorschlag, den Anke mir gemacht hat. Ich habe dieses Jahr so ziemlich alle Strohhalme angenommen, die ich nehmen konnte in der Hoffnung, meinen Leben und Tun einen Sinn im Sein zu geben. Also zurück zum Anfang, ich stehe tatsächlich im Moment oft morgens genauso in meinem Garten und bin glücklich, dass ich all diese Herausforderungen angenommen habe. Was ich nur 10 Wochen danach sagen kann, ich bin mittlerweile voll da, ich bin entpanzert, es ging weiter, es ist passiert, im Moment ist der Zustand einen innere Weite. Und das war ein Prozess, in den Vieles einfloss.

Susanne, 26.9.2016


Eine Reflektion zur Entpanzerung mit der Prozessorientierten Körpertherapie von Dirk 2015

Zu Dir gekommen bin ich quasi mehr als skeptisches Anhängsel meiner Frau auf dem Weg, unseren eingeschlichenen Beziehungsfehlern selbst auf die Schliche zu kommen. Es ging darum, die Prozesse in unserer Beziehung zu coachen, die Entpanzerung schlugst Du als ein sinnvolles Instrument vor. Ich erinnere mich noch sehr genau an ein erstes Telefonat mit Dir, in dem Du mich durch deine zugewandte Art überzeugt hattest, mich Dir in dieser Sache anzuvertrauen.

Wie so oft, wenn ich über Gräben meiner Angst gesprungen bin, habe ich in der dann folgenden PK völlig unerwartet sehr wertvolle Erfahrungen machen dürfen, die mich auf dem Weg der Selbstwahrnehmung und -erkenntnis ein gutes, vielleicht entscheidendes Stück weitergebracht haben.

Auf der "Mind"-Ebene war einerseits Raum da, unsere Beziehungsthemen von Dir beleuchten zu lassen. Du hast da als erfahrene Frau Fragen und Hinweise gegeben, die zum Perspektivenwechsel angeregt haben. Sehr beeindruckend war die Thematik der Körpertypenlehre, in der ich mich "von außen" Wahrnehmen konnte, etwas, was ich seitdem immer wieder versuche. In dieser Zeit des persönlichen Umbruchs haben mir die Teachings eine ganz wesentliche und sehr nachhaltige Orientierung meiner Selbst in einer großen, wunderbaren, vernetz ten Welt gegeben. Der in meiner Wahrnehmung noch eindrucksvollere Teil der PK waren jedoch die Atemsitzungen "auf der Matte" nach den Teachings - denen ich als physiologisch-wissenschaftlich orientierter Mensch mit Skepsis, aber auch großer Neugierde begegnet bin. Ich habe mich unter Deiner vollkommen vertrauensvollen Art auf etwas eingelassen, was ich an Intensität in mir selbst vorher niemals wahrgenommen habe. Ich habe mich "von innen" erlebt, mit verrückterweise völlig verschiedenen Gefühlen, die unglaublich intensiv und vielseitig und wunderschön waren. Und von denen ich nicht geglaubt habe, derartiges in meinem Körper überhaupt erleben zu dürfen. Wenn ich jetzt, nach gut einem Jahr, dahin zurückdenke, dann würde ich sagen, dass diese Erfahrungen das Eis meiner starren Empfindungsarmut tatsächlich gebrochen haben - ja, ich könnte das auch Entpanzerung nennen. Beim Schreiben spüre ich jetzt sogar ein Gefühl tiefsten Glückes und Dankbarkeit - Tränen, die sich da im Lidwinkel sammeln, waren vorher nicht denkbar. Also, es wirkt, und ja, ich würde sagen, ich habe mich dadurch nachhaltig verändert, und kann mein Leben in allen Begegnungen - mit mir selbst und mit anderen - sehr viel intensiver genießen, und bewußter gestalten, kreieren.


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